Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen
für landwirtschaftliches Saat- und Pflanzgut
in Deutschland
Anerkennung von Saat- und
Pflanzgut in Deutschland
Vorsitz Anerkennungsstellen „Nicht obligatorische
Beschaffenheitsprüfung“
bei Getreide
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1       „Nicht obligatorische Beschaffenheitsprüfung“ – Was ist das?
2 Verfahrensabläufe für die Umsetzung von § 12 (1b) SaatgutVfür das Erntejahr 2007
3   Antrag zur Teilnahme am Verfahren – nur für den Anmelder
4   Kontrollproben-Ergebnisse
     
5   Maßnahmenkatalog
     
6   Entschädigungskatalog der Wirtschaft für Saatgut-Käufer

Pressemitteilung (Dezember 2006)

 „Nicht obligatorische Beschaffenheitsprüfung“ nach § 12 (1b) der Saatgutverordnung

Seit 2005 gibt es im deutschen Saatgutrecht das Verfahren der „Nicht obligatorischen Beschaffenheitsprüfung“. Nach § 12 (1b) der Saatgutverordnung kann die zuständige Anerkennungsstelle es bei Z-Saatgut von Getreide genehmigen.

Dieses Verfahren ist dem dänischen Anerkennungsverfahren angenähert. Die Wirtschaft erhält im Vorfeld mehr Eigenverantwortung. Es müssen nicht mehr alle Partien so strikt wie im„normalen“ Anerkennungsverfahren bis zum Inverkehrbringen geprüft werden. Im Nachhinein werden die aufbereiteten Partien aber sehr genau untersucht und die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht. Die Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen hat in Zusammenarbeit mit der Saatgutwirtschaft zwei Verfahrensabläufe erarbeitet.

Die „Verfahrensabläufe für die Umsetzung von § 12 (1b) SaatgutV für das Erntejahr 2006“ beschreiben das neue Verfahren. Dabei sind folgende Punkte besonders zu beachten:

  • Nach § 8 (2) SaatgutV anerkannte Vermehrungsvorhaben sind ausgeschlossen.
  • Probenahme kann aus max. 120 t vorgereinigter Rohware erfolgen; eine Verfahrensweise aus aufbereiteter Saatware ist ebenfalls möglich.
  • Die Untersuchungsergebnisse müssen die Mindestnormen der SaatgutV erreichen.
  • Anerkennungsbescheide werden für je 30 t erteilt. Ergebnisse der Beschaffenheitsprüfung dürfen nicht auf dem amtlichen Etikett, aber auf einem Zusatzetikett oder einem weißen, nicht amtlichen Anhang des amtlichen Etiketts erscheinen.
  • Aus der aufbereiteten Saatware wird je 30 t eine Kontrollprobe mit einem von der zuständigen Anerkennungsstelle überprüften und zugelassenen automatischen Probenahmegerät gezogen.
  • Kontrollproben werden untersucht und die Ergebnisse im Internet veröffentlicht.
  • Die Wirtschaft hat eine Empfehlung für Entschädigungsregelungen vereinbart, die Käufer und Verkäufer beim Kauf von im Rahmen des Verfahrens anerkanntem Saatgut anwenden können.
  • Die Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen hat einen Maßnahmenkatalog erstellt.
  • Ab der Anerkennungssaison 2006/2007 sind neben Weizen und Gerste sowie Mais auch Roggen und Triticale für das Verfahren zugelassen.
  • Es werden 25 % der Kontrollproben, mindestens aber eine je Partie, untersucht.    
D/HRO   Mecklenburg-Vorpommern
D/TF   Brandenburg
D/HAL   Sachsen-Anhalt
D/H   Niedersachsen
D/BN   Nordrhein-Westfalen
D/KH   Rheinland-Pfalz
D/KS   Hessen
D/J   Thüringen
D/MEI   Sachsen
D/KA   Baden Württemberg
D/FS   Bayern
D/KI   Schleswig-Holstein

Suchkriterium für den Landwirt ist die jeweilige Anerkennungsnummer.

Die ersten Ergebnisse der Kontrollproben zeigen, dass die Anforderungen an die Anerkennung
bei den meisten Partien erfüllt sind.

Bei Nichterfüllung der Mindestanforderungen sollen dem Landwirt ab einem bestimmten Wert
Entschädigungen zustehen. Dies bezüglich wurde von der Wirtschaft ein Katalog vorgelegt. Von
Seiten der Anerkennungsstellen greift ein Maßnahmenkatalog. Beides wird ebenfalls im Internet
veröffentlicht unter www.ag-akst.de „Nicht obligatorische Beschaffenheitsprüfung“ bei Getreide.

Die Anerkennungsstellen würden sich über Wortmeldungen aus der Praxis freuen.

Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Anerkennungsstellen
für landwirtschaftliches Saat- und Pflanzgut in Deutschland

Willi Thiel

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